31.3.2022 | Columbiahalle | 19 Uhr

Skunk Anansie

… auf Jubiläumstour

Diese Band ist nicht weniger als eine Urgewalt: Wer Skin und ihre Kollegen einmal live gesehen hat, weiß, dass diese Behauptung keine Übertreibung ist. Ein guter Beleg dafür ist auch das aktuelle Live-Doppel-Album „25LIVE@25“, das Skunk Anansie ihren Fans zum 25. Bandjubiläum schenkten. Die wilden, angriffslustigen Songs der Frühphase („Little Baby Swastika“) sitzen darauf immer noch so gut, wie die ebenfalls starken Stücke des letzten Studioalbums (zSkunk Anansie feiern ihr erstes Vierteljahrhundert mit einer grandiosen Platte: Auf „25Live@25“ konservieren die britischen Ikonen ihre bekannte und außergewöhnlich starke Bühnenpräsenz auf Albumformat. Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, wie es damals war: Eine kahlgeschorene schwarze Sängerin als Frontfrau einer kompromisslosen Rockband, das war am Anfang der Karriere von Skunk Anansie noch ein echter Aufreger, ja fast ein Skandal, der es bis in die Tagesschau geschafft hat.

Gegründet 1994, durchbrach die Band von Anfang an das Schema von weißen, mittzwanzigjährigen Männern mit Gitarre und verkörperte in Sachen Geschlecht, Sexualität, kulturellen und musikalischen Einfluss eine eigene starke Individualität und Vielfalt. Ohne an irgendwelche Stile und Genossen gebunden zu sein, hat die Band ihren eigenen wilden, rauen und politischen Sound entwickelt, für den Sängerin Skin mal den Begriff Clit-Rock geprägt hat: „Als schwarze Sängerin war es auf viele Arten schwer, akzeptiert zu werden, und dann habe ich auf der Bühne genau das gemacht, was ich mir in meinen Träumen ausgemalt hatte. Da fühlte ich mich das erste Mal wirklich: akzeptiert.“

Gitarrist Ace ergänzt: „London war in den 90ern ein unglaublicher Mischmasch von Leuten, aber auf den Bühnen standen immer vier Macker mit der gleichen Frisur. Wir waren dagegen echt, und deshalb waren wir radikal.“ Dass sich diese Zeiten und die Einstellungen seither – zumindest bei den meisten Menschen – grundlegend geändert haben, daran haben auch Skunk Anansie ihren Anteil. In den 25 Jahren ihrer Karriere verkauften Skunk Anansie Millionen von Tonträgern, feierten zahlreiche Top 40-Singles und Top 10-Alben, gewannen etliche Awards und Multi-Platin- Auszeichnungen, teilten sich die Bühne mit David Bowie sowie U2 und sangen mit Stevie Wonder, Nina Simone und Michael Jackson „Happy Birthday“ für Nelson Mandela.

Nach 25 Jahren ist das Quartett so stark wie eh und je – und ein außergewöhnlicher Act. Jede Show ist eine Feier der Dissidenz. Auch heute gilt es immer noch zu kämpfen, und Skunk Anansie haben nie damit aufgehört. Das gilt es zu feiern! Darum kommen die Briten im November mit einem Best-of-Set und der alten Power zu uns auf Tour.
um Beispiel „Love Someone Else“), oder die beiden Balladen “Weak” und “Hedonism”, die sie zu Weltstars machten.

Aber nicht nur Skins Charisma und ihre Energie bleiben etwas Besonderes, auch ihre Haltung und ihre politischen, aber stets leidenschaftlichen Texte suchen ihresgleichen. Bestes Beispiel ist wohl „Intellectualise My Blackness“, ein musikalisch wuchtiger Brocken, dessen clevere Lyrics jedem „white boy“ die Augen öffnen sollten. Ab Juli sind Skin & Co. mit ihrer Jubiläumstour auch in Deutschland anzutreffen.

Einlass: 18.30 Uhr
Beginn: 19 Uhr

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