Klar kann man Thees Uhlmann peinlich finden.
Seine großen Rock N Roll Gesten. Seinen Pathos. Seinen nöhligen Gesang.
Seine stets zur Schau getragenen Gefühlswelt. Seine Bruce Springsteen Pose auf dem Album Cover.
Oder aber man findet es einfach mal verdammt konsequent, was der Typ macht.
Egal ob als Roadie von Tocotronic oder als Chef von GRAND HOTEL VAN CLEEF (Deutschlands vielleicht coolstes Indie-Label) - was Thees anpackt hat immer Hand und Fuß. Kompromisse gibt's nicht.
Was zählt ist nur das eigene Bauchgefühl. Und wenn andere das uncool finden, was solls?
Dann stellt er sich mit seinen 37 Jahren halt um 13:30 Uhr bei Rock im Park auf die Bühne. Hauptsache, die Leute sind entertained. Auch wenn's nur 100 sind.
Dann können wir uns also unbefangen der Platte widmen, ja?
Los geht's mit der Zeile "Ich wurde geboren in einem Kadett, ein Poster von Littbarski über meinem Bett" (aus dem Song: "Zum Laichen und Sterben ziehen den Fluss hinauf").
Und wer das nicht schon großes Kino findet, der kann an dieser Stelle eigentlich schon wieder abschalten. Das Album ist voll mit Bildern und Anekoten über die Jugend und die Heimat und wie man beides erst verliert und später wieder sucht.
Komponiert hat Thees Uhlmann die meisten Songs am Klavier in seinem Elternhaus in Hemmoor. Alleine deshalb klingt das Album schon anders als Tomte, deren Kopf Thees ja hauptberuflich ist.
Musikalisch wurde sich auch deutlich mehr beim großen, amerikanischen Classic Rock gesucht als bei den Kollegen aus der Hamburger Schule.
Wer sich drauf einlassen kann wird seine Freude mit dem Album haben.
Empfehlenswert für Dorfkinder in der Großstadt, für Rock N Roll Eltern und für alle, die das letzte Tomte-Album nicht so gut fanden.
Man muss Thees Uhlmann nicht sympathisch finden.
Aber für dieses Album hat er Respekt verdient.
Am 12. Oktober spielt Thees Uhlmann im E-Werk Erlangen.
Präsentiert von STAR FM